Die Gründungszeit

Die Recherche über Ort und Zeit der Vereinsgründung gestaltete sich sehr schwierig, denn es fehlte schlicht und ergreifend an alten Unterlagen, die über das Wann und Wo der Entstehung unseres Vereins Aufschluss gaben. Dennoch war es der Wunsch unserer Mitglieder, etwas über die Vergangenheit und die Entwicklung des "Imkervereins Minden Stadt" zu erfahren.

Die Suche nach Hinweisen in den Archiven des Mindener Tageblattes, der Stadt Minden, der Landwirtschaftskammer, der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke und des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker war nicht sehr erfolgreich.

Durch Zufall wurde dennoch ein Protokoll des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden gefunden, in dem es Hinweise auf Mindener Imker gibt. Es wird dort über eine landwirtschaftliche Produktausstellung in der Tonhalle zu Minden am 21./22. Sept. 1876 berichtet. An dieser Ausstellung beteiligten sich unter anderem auch Mindener Bürger, die nicht zur Landwirtschaft gehörten, mit Produkten aus ihren Gärten und der Bienenzucht, weil sie von ihrem Verein darum gebeten wurden. Erwähnung fand auch ein Imker namens Schnell aus Minden, Bleiche, der für die Ausstellung von Bienen in Strohkörben auf dieser Ausstellung eine Prämie von 3 Mark bekam.

Auf der Jahreshauptversammlung am 08.01.1981 wurde das Gründungsjahr des Imkervereins Minden (später Minden-Stadt) aufgrund dieses Protokolls auf das Jahr 1876 festgelegt.

Aus der Vereinschronik

Wie bereits erwähnt, sind Aufzeichnungen aus der ersten Zeit des Bestehens des Imkervereins sehr lückenhaft. Die ersten vorhandenen Unterlagen sind Mitgliederlisten aus dem Jahre 1902.

Der 1. Weltkrieg hat auch unter den Imkern aus Minden große Lücken gerissen. Die Vermerke "verstorben" auf den Mitgliederliste zeigen deutlich, wie viele Imkerkollegen im Krieg ihr Leben lassen mussten.

1906 gab es 61 Mitglieder, bis 1916 fiel die Mitgliederzahl auf nur noch 25. Als die Kriegszeit vorüber war, die wirtschaftliche und persönliche Situation sich langsam besserte, besann sich Mancher wieder auf die Imkerei.

1920 stieg die Mitgliederzahl auf 75 Mitglieder an. Die Aufzeichnungen lassen erkennen, dass sich der Verein aus allen Berufsschichten zusammensetzte, die Bienenhaltung aber überwiegend für Lehrer und Pastoren ein beliebtes Hobby war. Es wurde auch erwähnt, dass für die Winterfütterung schon damals Sammelbestellungen für Zucker getätigt wurden. Jeder Imker bekam pro gemeldetem Volk 15 Pfd. Zucker und musste im Gegenzug 5 Pfd. Honig liefern.

Aus der im Jahre 1925 vom Westf. Hauptverein Bienenzucht e.V. Münster erstellten Mitgliederliste kann man entnehmen, dass der Verein in Minden 22 Mitglieder hatte. Dazu zählten: 6 Beamte, 8 Handwerker, 1 Kaufmann, 2 Landwirte und 5 Rentner.

Nach einem Pressebericht im Mindener Tageblatt von 1930, den Dr. Hans Stehen verfasst hatte, bestand zu der Zeit in der Bevölkerung ein großes Interesse an der Imkerei. Insgesamt hat sich die Zahl der Imker auf Kreisebene verdoppelt. Allerdings hatte jeder Imker "nur" 5-6 Völker. Im gesamten Kreisgebiet Minden gab es acht Imkervereine: In der Stadt Minden existierten zwei Vereine, hinzu kamen die Vereine Eidinghausen, Porta, Windheim, Friedewalde, Rothenuffeln und Oberlübbe. Unterstützt wurde die Bienenhaltung durch den Reichsverband deutscher Kleintierzüchter.

1935 hatte der Verein 49 Mitglieder. Dies geht aus den Aufzeichnungen der Jahreshauptversammlung vom 10.03.1935 hervor, die im "Grünen Wenzel" abgehalten wurde. Die Vereinsmitglieder besaßen zur damaligen Zeit zusammen 441 Völker.Sehr beliebt unter den Imkern waren die sogenannten "Heidefahrten". Aus den Aufzeichnungen geht weiterhin hervor, dass im August 1935 durch Brandstiftung 70 Kästen und 3 Körbe mit Bienen vernichtet worden sind.

1936 stieg die Mitgliederzahl auf 63, es gab 701 Völker. Die Imkerei erfreute sich steigender Beliebtheit.

1937 wurden stolze 65 Mitglieder verzeichnet.

In den vierziger Jahren sank die Mitgliederzahl jedoch wieder. Es gab lediglich 15 eingetragene Imker, diese besaßen insgesamt 180 Bienenvölker. Durch die extreme Kälte im Winter 1944/1945 war ein Verlust von 100 Bienenvölkern zu beklagen.

1946 hatte der Verein einen sprunghaften Anstieg zu verzeichnen. Es gab 113 Mitglieder mit 881 gemeldeten Völkern.

1951 sank die Zahl jedoch wieder auf 56 Mitglieder.

1952 waren es 68 Imker und 1958 nur 57 verzeichnete Mitglieder. Die ersten Ansätze der Züchtung machten Fortschritte. Man konzentrierte sich auf "Carnica und Backfast". Durch die Verbesserung der Belegstellen auf den Nordseeinseln entschied man sich die Weiterzucht der "Carnica", denn die Reinzucht hatte oberste Priorität.

1961 wurde auf der Jahreshauptversammlung vom 15. Jan. im Gilmsaal des Bundesbahn-Zentralamtes an der Pionierstrasse festgehalten, dass 26 Mitglieder und 50 Gäste anwesend waren.

1965 hatte der Verein nur noch 40 Mitglieder. Die "Heidewanderungen"gerieten aus der Mode, dafür wanderten die Imker zunehmend auf die Insel Fehmarn, um dort von der Rapsblüte zu profitieren.

1969 wurden die ersten Einheitsgläser als Sammelbestellung aufgegeben.

Anfang der 70iger Jahre hatte der Verein nur noch 38 Mitglieder mit 424 Völkern. In den folgenden Jahren schwankten die Mitgliederzahlen zwischen 56 und 39 (aktueller Stand) eingetragenen Imkern. Durch die eingeführten regelmäßigen Treffen fand ein fruchtbarer Gedankenaustausch statt.

1988 wurde unserem Verein der Umweltpreis der Stadt Minden für eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und für seine Aktionen zum Schutz von Insektenarten verliehen.

1990 erhielt der Verein den Umweltpreis für eine vorbildliche praktische Maßnahme im Bereich des Arten- und Biotopschutzes.

1991 - 2004 Der Mitgliederbestand ist in all den Jahren konstant zwischen 40 und 42 Mitgliedern geblieben. Hauptproblem für die Imkerei ist vor allem noch die Varroa.

2005 präsentiert sich der Verein erstmals auch weltweit im Internet